Laurentiusschule

Bad Freienwalde
Eine Schule mit dem sonderpädagogischem Förderschwerpunkt »geistige Entwicklung«

Schulprogramm

1. Einleitung
2. Organisation
3. Unterricht
4. Besondere schulische Aktivitäten / Höhepunkte
5. 5. Materielle Bedingungen
6. Kooperation und Außenwirksamkeit
7. Schlusswort

Leitmotiv

Wir, Lehrer und Mitarbeiter der Laurentiusschule, verstehen uns als Dienstgemeinschaft. In ihr ergänzen sich die unterschiedlichen Funktionen, Fachlichkeiten und Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugunsten der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler. Hierbei richten wir uns nach dem Leitbild der Hoffbauer gGmbH und dem Leitbild der Diakonie.

Unsere Arbeit wird vom dem christlich-humanistischen Menschenbild geprägt, dass jeder Mensch einzigartig, unersetzlich und unverfügbar ist. Wir wollen unseren Alltag an der Schule in gegenseitiger Verantwortung für- und miteinander gestalten und so Freiräume für individuelles Leben eröffnen. Dabei vertrauen wir darauf, dass die Liebe Gottes im Miteinander lebendig wird.

Unser Anliegen besteht darin, den besonderen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen Rechnung zu tragen, damit ihre Entwicklung optimal gefördert wird. Dafür nutzen wir die Möglichkeiten des Einzel-, Kleingruppen- und klassen- bzw. stufenübergreifenden Unterrichts. Im Rahmen der Ganztagsbeschulung ist das Lesen, Schreiben und Rechnen ebenso wichtig, wie der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten in allen lebenspraktischen Bereichen. Gleichrangig neben dem Sachkundeunterricht, dem Musikkreis, dem Religionsunterricht, der Arbeit im Keramik- oder Werkraum und dem Lernen am Computer steht dabei für viele Schüler die Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung.

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1. Einleitung

Die Laurentiusschule ist eine anerkannte evangelische Ersatzschule in Trägerschaft der Hoffbauer gGmbH. Sie ist eine Ganztagsschule, an der Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung, mit schwerer Mehrfachschädigung und mit sozialen und emotionalen Verhaltensauffälligkeiten ihre Schul- und Berufsschulzeitinnerhalb der gesetzlichen Schulpflicht erfüllen können.

Die sonderpädagogische Förderung aller Schülerinnen und Schüler* an unserer Schule hat das Ziel, jeden Einzelnen zur Selbstentfaltung und sozialen Eingliederung zu führen. Im Schulgesetz des Landes Brandenburg ist festgelegt, dass die Schüler in ihren Fähigkeiten, Leistungen und Neigungen gefördert werden, um ihnen einen entsprechenden Platz in der Gesellschaft zu sichern. Der Unterricht dafür basiert auf den Vorgaben der Förderschulen für geistig Behinderte des Landes Brandenburg und den schulinternen Rahmenplänen.

Die Aufnahme an der Laurentiusschule erfolgt nach Antragstellung der Eltern oder eines gesetzlichen Vertreters, nach der Entscheidung des Schulrates und nach der Einwilligung der Schulleitung, vorausgesetzt der sonderpädagogische Förderbedarf wurde bestätigt.
*Schülerinnen und Schüler im weiteren Text nur Schüler
 

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2. Organisation

Ganztagsschule

Die Laurentiusschule ist eine Ganztagsschule. Das bedeutet, dass der Unterricht von 8:00 bis 15:00 Uhr, außer mittwochs bis 13:30 Uhr stattfindet. Zwischen den Unterrichtsphasen haben die Schüler auch individuell angepasste Pausen. Täglich gibt es ein gemeinsames Frühstück, Mittagessen und Vesper.

Transport

Der Schülertransport wird durch die Landkreise (nach Antragstellung) und schuleigene Busse abgesichert.. Die Fahrzeuge sind behindertengerecht . Falls erforderlich, wird der Transport durch eine pädagogische Begleitung über die Schule abgesichert.Kosten entstehen für die Eltern nicht.

Schulspeisung

Das Frühstück, das Mittagessen und die Vespermahlzeit sind Bestandteile unseres Schulalltages.

In den Werkstufenklassen ist das Zubereiten der Mahlzeiten Bestandteil des Faches Hauswirtschaft. Frühstück und Vesper unterliegen der Selbstversorgung, dafür wird regelmäßig mit den Schülern eingekauft. In den anderen Stufen erfolgt eine zentrale Versorgung durch eine Küchenkraft der Schule.

Gegenwärtig beträgt der Tagessatz für alle drei Mahlzeiten 2,60.

Personelle Bedingungen

Im Unterricht arbeiten Lehrkräfte, sonderpädagogische- und medizinische Fachkräfte. Betreuer, Zivildienstleistende und Jahrespraktikanten unterstützen sowohl die pädagogische als auch die pflegerische Arbeit. In jeder Klasse unterrichten immer zwei Lehrer.

Die logopädische Betreuung der Schüler wird im Einzel- und Gruppenunterricht gewährleistet.

In der Schule gibt es eine Physio- und Ergotherapiepraxis.. Diese übernehmen die therapeutischen Behandlungen während der Schulzeit.Das technische Personal sichert den Schulbetrieb mit ab.

Fortbildung

Jeder Lehrer ist verpflichtet, Fortbildungen nach eigener Wahl und den entsprechenden schulischen Erfordernissen wahrzunehmen. Als Richtwert gelten 5 Tage im Jahr. In der Vorbereitungswoche zum Schuljahr oder in unterrichtsfreien Zeiten finden schulinterne Fortbildungen (16 Unterrichtsstunden) statt.

Es wird angestrebt, dass möglichst viele Kollegen Mitglieder in Berufs-oder Fachverbänden sind. Neue Erkenntnisse werden dem Kollegium über die Fach- und Lehrerkonferenzen zugänglich gemacht.
 

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3. Unterricht

Klassenstufen

An der Laurentiusschule lernen Kinder und Jugendliche in den Stufen:

  • Eingangsstufe
  • Unterstufe
  • Mittelstufe
  • Oberstufe
  • Werkstufe

Die Werkstufe gilt für die Schüler als Berufsschulzeit, in der sie in der Regel ihr Praktikum in einer geschützten Werkstatt durchführen. In Zusammenarbeit mit dem Projekt „mittendrin anders“ (Lebenshilfe Strausberg) erhalten einige Schüler die Möglichkeit, Praktika außerhalb der Werkstatt zu absolvieren.

Die Schüler sind in Klassen integriert, die ihr Alter, ihre Fähigkeiten und Neigungen berücksichtigen und ihre Erfahrungs- und Lernwelt bereichern. Grundgedanke jeder Klassenzusammensetzung ist die Entwicklung von Kompetenzen für ein harmonisch-tolerantes und soziales Miteinander (innere Integration). Veränderungen in den Klassen werden möglichst mit allen beteiligten Kollegen besprochen.

Unterrichtsvoraussetzungen

Die Unterrichtsinhalte richten sich nach den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler, berücksichtigen ihre altersgemäßen Interessen und basieren auf den Unterrichtsvorgaben des Landes Brandenburg. Aktuelle Probleme der Gesellschaft, Anregungen von Eltern, Betreuern oder Kooperationspartnern werden gern aufgenommen.

Für die Bereiche Lesen und Schreiben, Mathematik, Sachkunde, Arbeitslehre, Keramik und Sport gibt es schulinterne Rahmenpläne, die einen spiralförmigen Aufbau von Fertigkeiten und Wissen in den jeweiligen Schulstufen ermöglichen. Über die Fachkonferenzen werden aktuelle Informationen regelmäßig ausgetauscht.

Zur Sicherung der optimalen Förderung aller Schüler werden jährlich individuelle Förderpläne erstellt. Diese und die Förderdiagnostik sind die Voraussetzungen zur differenzierten Unterrichtsgestaltung.Grundlegende Unterrichtsziele werden im Jahresarbeitsplan in den Klassen festgelegt. In den Teambesprechungen werden sie präzisiert und bei Bedarf korrigiert.

Strukturen des Unterrichts

An der Laurentiusschule wird Einzel-, Kleingruppen- und Kursunterricht erteilt. Zum Unterrichten in den Lernbereichen Sport, Lesen/Schreiben, Arbeitslehre und Musik haben sich klassenübergreifende Formen bewährt. Der Individualität der Schüler entsprechend, wird der Unterrichtstoff differenziert kleinschrittig aufbereitet. Die Einbindung eines jeden Schülers in Formen des Klassenunterrichts und klassenübergreifenden Unterrichts, z.B. in den Morgen- und Musikkreisen, im Fach Religion oder bei Klassenprojekten, ist ein wichtiges Ziel für uns.

Der Unterricht wird im Team von Lehrkräften und sonderpädagogischen Fachkräften durchgeführt Einige Mitarbeiter verfügen zusätzlich über therapeutische Ausbildungen. Somit fließen therapeutische Elemente in die Unterrichtsgestaltung ein. (z.B. der Ergotherapie, Motopädie, Sprach- und Musiktherapie)

Unterrichtsgrundsätze

Die zielgerichtet ausgewählten Unterrichtsmaterialien ermöglichen den offenen Unterricht zur Hinführung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Freiarbeit. Das Erlernen von Kompetenzen zur Problemlösung, das Wecken von Neugier und Bewegungsfreude, als auch das systematisch-konzentrierte Arbeiten im Heft oder mit dem Werkstück werden bei uns gefördert. Die konkrete Anschauung, das Lernen am Modell und genügend Handlungsorientiertheit sind dafür die didaktischen Grundelemente.

Zur besseren Strukturierung des Unterrichtsalltages arbeiten wir bei Schülern mit autistischen Verhaltensweisen nach dem TEACCH-Programm.

Es gilt immer der Grundsatz:
Jeden Schüler anzunehmen und ihn zur größtmöglichen Selbständigkeit in seinem Lebensraum zu befähigen.

Die zeitliche Dauer des Unterrichts richtet sich nach den individuellen Fähigkeiten der Schüler. Die Notwendigkeit von individuellen Pausen wird in allen Klassen berücksichtigt. Für die Schüler gibt es einen Stundenplan, der den Eltern am Schuljahresanfang mitgeteilt wird. In allen Klassen sind die Stundenpläne für Schüler und Mitarbeiter sichtbar angebracht.

Unterrichtsreflexion und Dokumentation

Die Unterrichtsergebnisse werden durch die Schülerprodukte, u.a. durch Werkstücke und Arbeitshefte sichtbar dokumentiert. Oft gewinnen Eltern oder Nachbarklassen auch Einblicke in den Unterricht bzw. das Klassengeschehen aus Fotodokumentationen oder Wandpostern, die die Flure verschönern.

Die Lehrer dokumentieren und reflektieren den Unterrichtsverlauf in einem pädagogischen Tagebuch oder in Form von Verlaufsdokumentationen zu den einzelnen Projekten. Feste, Elternabende und der Tag der offenen Tür bieten die Chancen zur öffentlichen Präsentation der Lernerfolge.

Die Förderziele werden zweimal jährlich überprüft. Am Schuljahresende erhält jeder Schüler ein Zeugnis mit einer verbalen Beurteilung. Wir reflektieren am Ende des Schuljahres den aktuellen Entwicklungsstand in einem individuellen Bericht. Dieser dient wiederum als Grundlage zur Erstellung des Förderplans im neuen Schuljahr.
 

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4. Besondere schulische Aktivitäten / Höhepunkte

In unserer Ganztagsschule werden Feste und Feiern in den Schulalltag integriert. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden auf einer Lehrerkonferenz die einzelnen Aktivitäten abgesprochen.

Christliche Feste werden gemeinsam mit den Schülern vorbereitet. Schöne Erlebnisse sind der Erntedank-, und Weihnachtsgottesdienst, das Martinsfest, Ostern, die Tauf- und Konfirmationsfeiern und der Gottesdienst zum Schuljahresausklang.

Unsere jährliche Projektwoche wird mit einer Präsentation und dem Tag der offenen Tür beendet.

Zu den weiteren Aktivitäten gehören die Faschingsparty und das Sommerfest zum Schuljahresabschluss.Die Landesmeisterschaft im Crosslauf, die Schwimmmeisterschaft und das Sportfest sind unsere sportlichen Höhepunkte.. Die Fußballmannschaft der Laurentiusschule beteiligt sich an verschiedenen Turnieren. Einige Schüler trainieren außerdem bei den Stephanus-Kickern der WfbM Altranft.. Der Verein ist Mitglied der Brandenburg-Liga des Behindertensportverbandes.
 

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5. Materielle Bedingungen

In der Schule stehen den Schülern gut ausgestattete Klassen- und Fachräume zur Verfügung.

Es gibt ein Computerkabinett mit Internetanschluss, eine Lehrküche, zwei große Werkräume mit den verschiedensten Maschinen und eine Keramikwerkstatt.

Der Snoezelraum ist mit Bällchenbad, Musikwiege, Big Boom und Resonanzboden ausgestattet.

Für das Konditionstraining und zum Abbau von Aggressionen steht den Schülern unter fachlicher Anleitung ein Fitnessraum zur Verfügung..Die jüngeren Schüler benutzen gern das Bewegungscenter. Für Freizeitaktivitäten stehen den Schülern TT-Platten, Fahrräder, Trampolin und der Basketballkorb zur Verfügung.

Die Turnhalle und den Sportplatz der Stadt Bad Freienwalde haben wir zur wöchentlichen Nutzung gemietet.
 

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6. Kooperation und Außenwirksamkeit

Elternarbeit

Der regelmäßige Kontakt zu den Eltern ist uns Lehrern der Laurentiusschule selbstverständlich und wichtig. Er wird in unterschiedlichen und individuell abgestimmten Formen realisiert. So durch unsere Elternversammlungen, Elternsprechtage und Elterntreffen, durch Besuchs- und Hospitationsmöglichkeiten der Eltern in der Schule und durch Besuche der Lehrer im Elternhaus, im Wohnheim oder auch im Krankenhaus.

Schriftliche Mitteilungen und Elternbriefe, telefonische Rücksprachen, Einbeziehung der Eltern in die Aktivitäten und Gremien der Schule sind wichtige Schritte, die die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule weiterentwickeln sollen.

Die Laurentiusschule versteht sich auch als Beratungsstützpunkt, der den Eltern von Kindern und Jugendlichen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen Unterstützung in Notsituationen, bei der Hilfsmittelversorgung, bei der Antragstellung für Ämter und Behörden und der beruflichen Orientierung der Jugendlichen anbietet.

Die Laurentiusschule schafft Entlastungsräume für die Eltern durch die Ganztagsbeschulung, täglich von 8:00-15:00 Uhr, durch die kooperative Zusammenarbeit mit den verschiedenen medizinischen und öffentlichen Einrichtungen (Jugend- und Sozialamt von MOL und BAR, SPZ, WfbM).

Klassenfahrten und Angebote zur Ferienbetreuung sind ebenfalls ein Beitrag der Schule zur Entlastung der Eltern.

Öffentlichkeitsarbeit

Es ist das Anliegen der Laurentiusschule, mit dazu beizutragen, dass das Zusammenleben behinderter und nichtbehinderter Menschen in der gesellschaftlichen Praxis zur Normalität gehört. Die Laurentiusschule setzt sich auf Veranstaltungen in der Region konsequent dafür ein.

Die Laurentiusschule tritt für einen toleranten, mitmenschlichen Umgang ein und lehnt entschieden jegliche Formen von Diskriminierung, von Fremdenhass und Rechtsextremismus ab. Dafür hat das Kollegium ein Konzept entwickelt, das Grundlage der Bildungs- und Erziehungsarbeit ist.

Unsere Einrichtung ist anerkannt als Praktikumsschule für Heilerziehungspfleger, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Studenten der Sonderpädagogik. Gern bieten wir interessierten Studenten und Seminargruppen Hospitationsmöglichkeiten an.

Die Laurentiusschule strebt Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen an.Sie verweist auf eine intakte Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen der Hoffbauer gGmbH, mit dem Staatlichen Schulamt, dem Jugendgesundheitsdienst, dem Jugendamt, dem Sozialamt und den Behindertenbeauftragten. Die Laurentiusschule ist aktiv in der Arbeitsgemeinschaft freier Schulen in Brandenburg, im Verein der evangelischen Behindertenarbeit in Berlin und Brandenburg (VEBA), im Bundesverband der evangelischen Behindertenhilfe (BeB) tätig.

Als christliche Schule in den Kirchenkreisen MOL und BAR beteiligen wir uns ebenfalls an kirchlichen Veranstaltungen und pflegen die Kontakte zu den Gemeinden. Die Religionslehrer nehmen an Fachkonventen teil.
 

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7. Schlusswort

Das vorliegende Schulprogramm ist der Beginn eines gemeinsamen Weges, den wir alle im guten Miteinander für die Stärkung der Laurentiusschule und ihrer Schülerschaft begehen wollen, denn wir verstehen wir uns als diakonische Dienstgemeinschaft und gewährleisten die demokratischen Mitwirkungsrechte aller Kollegen. Gleichzeitig gelten die Arbeitsrichtlinien des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche. (AVR Ost).
 

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